Aber dann, wie das Ende der Geschichte andeutet, vielleicht auch wieder nicht.

Die Menschen, deren Schicksale wir verfolgen werden, sind weder Dissidenten im konventionellen Sinn des Wortes, noch sind es Menschen, die durch rein materielle Gier in den Westen getrieben wurden, obwohl die Ernüchterung über das ostdeutsche System, die Arbeitsbedingungen und den Lebensstandard in ihrer Heimat bei ihrer Entscheidung zu fliehen auch eine Rolle spielte. Aber es war keine leicht gefällte Entscheidung, und es gibt auch Andeutungen, dass ihre zu rosigen Vorstellungen über das Leben im Westen schon bald bitter enttäuscht wurden. Was der Erzähler an einer Stelle über Alfred Kostbade sagt, trifft eindeutig auf die ganze Familie zu: » ... es war nicht seine Art, aufzugeben oder in Depressionen zu verfallen. Er erwartete vom Leben keine Geschenke, seiner Erfahrung nach gab es nichts umsonst. Wenn er etwas haben wollte, erhoffte, ersehnte - dann musste er hart dafür arbeiten, es oftmals erkämpfen, es vielleicht sogar dem Schicksal abtrotzen. So war es immer gewesen.« (S. 75-76) Das trifft auf die Familie während ihrer neun Stunden im Wasser zu - »zusammengeklappt wie ein Taschenmesser« (S. 245) - während ihrer heldenhaften Reise von Kühlungsborn nach Fehmarn, und auch während sie sich peinlich genau auf ihre Expedition in die Freiheit vorbereiteten. Und, wie man vermutet, trifft es auch auf die Art und Weise zu, in der sie sich allen Herausforderungen in einem Post-Wende-, wiedervereinten Deutschland gestellt haben.